Hamburger Hafen und Stadtansicht von Hamburg

Apothekenzahl in Hamburg 2026: Rückgang und Reform

Die Apothekenzahl in Hamburg liegt Mitte 2026 bei rund 350, und sie ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken, obwohl die Stadt wächst. Welche Zahlen dazu belegt sind, was Hamburgs Apothekerinnen und Apotheker dazu sagen und was das für deine Versorgung im Stadtteil bedeutet, erfährst du hier.

Auf einen Blick

  • Laut Pharmazeutischer Zeitung gab es im zweiten Quartal 2026 in Hamburg zwei Schließungen und eine Neueröffnung, der Bestand lag am 30. Juni bei 349 Apotheken.
  • Nach Angaben des Hamburger Apothekervereins sank die Zahl in den vergangenen zehn Jahren um 65 auf 349 (Stand März 2026).
  • Ende 2022 kam Hamburg laut PZ auf 20 Apotheken je 100.000 Einwohner, ebenso wenig wie Berlin und Bremen, der Bundesschnitt lag bei 22.
  • Das Packungshonorar liegt seit Juli 2026 bei 9 Euro, nach 8,35 Euro zuvor.

Wie viele Apotheken gibt es in Hamburg?

Den Ausgangspunkt bildet ein Bericht von t-online Hamburg vom 23. März 2026, dem Tag des bundesweiten Apothekenprotests. Darin heißt es unter Berufung auf den Hamburger Apothekerverein, dass die Zahl der Apotheken in der Hansestadt in den vergangenen zehn Jahren um 65 auf aktuell 349 gesunken ist. Auch die Pharmazeutische Zeitung kommt bei ihrer Quartalsabfrage auf diese Größenordnung: Im zweiten Quartal 2026 gab es in Hamburg zwei Schließungen und eine Neueröffnung, damit blieben 349 Apotheken übrig (Stand 30. Juni 2026). Die PZ weist darauf hin, dass zum Redaktionsschluss nicht aus allen Bundesländern Zahlen vorlagen. Die Angaben zu Stichtag und Zählweise unterscheiden sich je nach Quelle leicht, deshalb ist „rund 350“ die ehrliche Aussage.

Für den längeren Blick lohnt sich ein Rückgriff auf einen älteren Bericht der PZ. Danach gab es in Hamburg Ende 2022 insgesamt 375 öffentliche Apotheken, darunter 272 Hauptapotheken. Auf 100.000 Einwohner kamen 20 Apotheken, genauso viele wie in Bremen und Berlin und weniger als im Bundesschnitt von 22. Der Hamburger Apothekerverein bezifferte den Rückgang der öffentlichen Apotheken über zehn Jahre damals auf 17,5 Prozent, während die Bevölkerung um 6 Prozent wuchs. Diese Zahlen sind drei Jahre alt und dienen hier nur als Einordnung.

Warum haben die Hamburger Apotheken im März protestiert?

Am 23. März 2026 blieben viele Apotheken in Deutschland geschlossen. Laut t-online Hamburg sprach der Hamburger Apothekerverein von einer Beteiligung von etwa 75 bis 80 Prozent der Hamburger Apotheken. Der Protest richtete sich gegen die Vergütung: Das Honorar für ein verschreibungspflichtiges Medikament lag bei 8,35 Euro und sollte auf 9,50 Euro steigen, es war nach Angaben des Verbandes seit 13 Jahren nicht angepasst worden. Bundesweit habe fast jede fünfte Apotheke aufgegeben.

Der Vorsitzende des Hamburger Apothekervereins, Jörn Graue, beschrieb die Lage als existenzbedrohend, weil die Apotheken chronisch unterfinanziert seien. An die Patientinnen und Patienten gerichtet sagte er laut t-online: „Wir kämpfen mit unserem Protesttag auch dafür, dass Ihre Apotheke um die Ecke erhalten bleibt.“ Das ist die Sicht des Berufsverbands, die du als solche einordnen solltest. Sie deckt sich aber mit den Quartalszahlen, die zeigen, dass in Hamburg weiterhin mehr Apotheken schließen als neu eröffnen.

Was hat sich seit dem Sommer geändert?

Seit dem 2. Juli 2026 gilt das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz. Auf der Mitgliederversammlung der Apothekerkammer Hamburg im September gab Kammerpräsident Holger Gnekow laut PZ einen Überblick über den Stand der Reform. Aus dem Gesetz folgt zum Beispiel, dass Apotheken erweiterte Impfbefugnisse bekommen. Außerdem sollen ab dem 1. Januar 2028 der Deutsche Apothekerverband und der GKV-Spitzenverband das Packungsfixum jedes Jahr neu verhandeln. Gnekow hob hervor, dass die Apotheken vor Ort von allen Parteien als wichtiger Bestandteil des Gesundheitssystems wahrgenommen würden. Zugleich kritisierte er, dass Ärztinnen und Ärzte die neuen Aufgaben der Apotheken ablehnten, ohne Alternativen vorzuschlagen.

Wie sich das wirtschaftlich auswirkt, hat der Treuhand-Dialog in Hamburg im Oktober gezeigt, über den die PZ am 12. Oktober berichtete. Sebastian Schwintek von der Treuhand Hannover rechnet bundesweit mit rund 230 Schließungen in diesem Jahr, bei abflachender Tendenz. Das Fixum liegt seit Juli bei 9 Euro, für das zweite Halbjahr erwartet er eine deutliche Aufhellung der Betriebsergebnisse. Für 2026 rechnet er im Schnitt mit einem Betriebsergebnis von 182.000 Euro je Apotheke. Das sind Prognosen für das gesamte Bundesgebiet, keine Hamburger Zahlen. Das untere Drittel der Apotheken sei in der ersten Jahreshälfte 2026 mit einem Betriebsergebnis von 11.000 Euro deutlich schwächer gewesen.

Was bedeutet das für dich in Hamburg?

Hamburg ist eine dicht bebaute Großstadt, und in vielen Stadtteilen liegen mehrere Apotheken in Gehweite. Trotzdem bleibt jede Schließung spürbar, denn die verbleibenden Apotheken müssen die Kundschaft mit auffangen. Aus den hier genutzten Quellen lässt sich nicht ablesen, in welchen Stadtteilen es enger wird, denn die Zahlen gelten für die ganze Stadt.

Praktisch kannst du Folgendes tun: Such dir eine Stammapotheke, bei der du dich gut aufgehoben fühlst, und frag, wie sie Rezepte und Vorbestellungen handhabt. Mit der Apothekensuche für Hamburg findest du Apotheken in deiner Nähe auf der Karte. Eine Übersicht für die ganze Stadt bietet Apotheken in Hamburg, für den Süden der Stadt gibt es die Seite zu Harburg. Weitere Orte findest du im ApoGuru-Verzeichnis.

Wie es weitergeht, zeigen die Zahlen der kommenden Quartale. Dieser Beitrag ist der Einstieg in das Thema, die Entwicklung der Hamburger Apothekenlandschaft bleibt im Blick. Alle Angaben geben den in den genannten Quellen ausgewiesenen Stand wieder.

Quellen und weiterführende Links